Umgang Wenn der Hund unser ältester Freund ist, dann muss wohl das Pferd unser größter Freund sein! Wir benutzen das Pferd seit tausenden von Jahren und wir scheinen immer noch nicht gelernt oder wieder vergessen zu haben, mit ihm richtig umzugehen oder ihn richtig zu behandeln. Die wichtigsten Teile des Umgangs sind meiner Meinung nach der Respekt, das Vertrauen und die Konsekvenz. Ohne Kosekvenz, kein Respekt und ohne Respekt, kein Vertrauen! Einem anderen Tier (dazu gehört auch der Mensch) Schaden oder Schmerzen zuzufügen ist meiner Meinung nach wahrscheinlich die größte Art von Respektlosigkeit die es gibt und wie soll dann ein Vertrauen aufgebaut werden. Respektlosigkeit zeigt sich auch in der Wahl des Sattels und in der Interesse den Sattel korrekt angepasst zu bekommen. Der Sattel fügt dem Pferd wahrscheinlich mehr Schaden zu als sonst etwas! Andere Exempel sind wenn unsere Reitkünste nicht mehr das Ziel unserer Wünsche erreichen oder jeglicher Kampf, ob Verladen, Hufschmied, Tierarzt oder Führen, sich in eine Problematmosphäre entwickelt, greifen wir sehr schnell zur Gerte, Peitsche, Schippe, Heugabel, Seil, Lounge oder was auch immer griffbereit in unserer Nähe ist. Wenn der Geduldsfaden zu oft reist, dann ist es vielleicht an der Zeit, eine andere Richtung im Umgang einzuschlagen oder sich für einen anderen Sport zu entscheiden. Ich möchte liebend gerne die Neugier für alternativen oder sollte ich vielleicht sagen alten Wege anregen. Es hat immer Lehrer und Meister gegeben, die durch eine sanfte Hand gute Erfolge erzielt haben. Monty Roberts ist einen anderen Weg gegangen als sein Vater. Ich habe selber mit vielen großartigen Horsemen gearbeitet, ohne dass sie sich selber etwas anderes als Cowboy genannt hatten. Der größte von allen ist Horace Smith. Für ihn ist das Pferd der wichtigste Mitarbeiter auf der Ranch. Ein Cowboy der sein Pferd nicht gut behandelt, wird nicht alt auf Horace’s Ranch. Das Pferd ist für den Cowboy wie das Auto für den Taxifahrer. Horace hat sein ganzes Leben mit Pferden gearbeitet und für ihn war es nie etwas spezielles oder Ausergewöhnliches. Er hatte gelernt sich um sein Tier zu kümmern um so lange wie möglich nutzen davon zu haben. Ein krankes Tier kostet zum ersten Geld und zum zweiten kostet es verlorenen Einkom. Wenn ich dann sehe wie hier mit einigen Pferden rumgesprungen wird, bekomme ich Trännen in die Augen. Leider ist es oft nicht einmal ihr eigenes Pferd sondern entweder Reitbeteiligung (”Ich finde niemand anderes”), ein gesponsertes Pferd  oder ein ehrgeiziger Bereiter der der Meinung ist, dass dieses Pferd ein großes Potenzial hat, nur das Pferd weiß es noch nicht und dann gillt Hau- Ruck! Es hat immer Lehrer gegeben die durch das Verstehen der Psyche und der Instinkte des Tieres, Vorteil gezogen haben und ganz anderen Erfolge erzielten. Der Unterschied ist immer die Art und der Grund der Bestrafung und des Lobes. Monty Roberts hat zum Beispiel sein ganzes leben lang Pferde beobachtet, beides wilde und zahme Pferde. Er hat früh gelernt wie er es nicht machen möchte und hat einen Weg für sich selber gefunden Erfolg ohne Gewalt zu erzielen. Mark Rashid hat von einem sehr guten Lehrer gelernt wie es gemacht werden kann ohne Gewalt einzusetzen. Horace Smith hat es gelernt durch arbeit als Cowboy. Was aber alle drei gemeinsam haben ist der Wille dem Tier etwas gutes zu tun und es helfen respektiert zu werden. Zeit ist ein wichtiger Faktor. Auch wenn Monty es in 20 - 30 Minuten hinkriegt, sagt er gleichzeitig, dass das für jeden verschieden ist. Einige brauchen eine Stunde, andere wiederum ein paar Tage. Mark Rashid setzt gar keine Zeiten. Für ihn dauert es die Zeit, die das Pferd braucht und Horace glaube ich weiß gar nicht was Zeit ist. Wenn es dunkel wird hört man auf und wenn es hell wird fängt man wieder an und wenn es klappt ist man fertig. Aber diese drei Horsemen sind in einer Position, wo sie selber entscheiden können. Selber haben wir nicht die Möglichkeit uns einzumischen. Wenn der Züchter/Händler sagt, dass das Pferd in zwei Monaten fertig sein soll zum Verkauf, dann muss der Bereiter eine Entscheidung treffen: entweder er tut es und verdient sein Geld oder er tut es nicht und verdient kein Geld. Wenn der Erste es nicht tut, dann tut es halt der Nächste und das weiß der Züchter! Das junge Pferd darf heutzutage nichts mehr kosten. Es muß so schnell wie nur irgend möglich eingeritten und verkauft werden. Steht es zu lange kostet es nur Geld und dieses Geld bekommt der Züchter/Verkäufer nicht zurück. Ob das Pferd den Niveau hällt, nachdem es verkauft ist,  ist für den Händler nicht relevant.  Ein Tier, ob Hund, Katze, Pferd oder Mensch, sollte immer mit Respekt behandelt werden. Der Mensch ist, meiner Meinung nach, das einzige Tier, dass bewusst einem anderen Tier Schaden zufügen kann und einige haben eventuell sogar Freude daran. Die meisten, die ihr Pferd schlagen, haben das Problem, dass sie einen anderen Weg nicht kennen oder vielleicht sogar von ihren Lehrern dazu ermutigt oder aufgefordert werden. Ein anderes Lebewesen zu schlagen, ist nichts weiter als der Frust, dass man das Ende seines Können erreicht hat. Dass es große Lehrmeister gibt, die diese Ausbildungswege wählen, ist keine Ursache oder Entschuldigung, selber zu diesen Mitteln zu greifen. Es gibt andere Lehrmeister, die nie von diesen Theorien gebrauch machen. Diese ziehen Vorteil davon, wie die Tiere selber mit einander leben und sich verhalten. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Tiere auch einander bestrafen. Die Frage ist nur wie und vor allem wann. Das Timing ist unerhört wichtig und die Art der Bestrafung muss der Situation angepasst sein. Ich kann nicht erst nachdenken, wie oder wann ich agieren soll. Es muss sofort geschehen! Warte ich um nachzudenken bestrafe ich die falsche Sache. Ich rede hier von Sekunden! Ich habe vielleicht höchstens zwei Sekunden, wenn überhaupt, wo die Bestrafung eingesetzt werden muss. Warte ich länger, ist die Chance, dass ich sein Aufhören des unerwünschten Vorhabens bestrafe und das ist kontraproduktiv. Die Frage die ich mir stelle, ist ob ich überhaupt bestrafen muss oder ob es vielleicht einen anderen Weg gibt. Ich kenne einige Bereiter und Trainer die weder Gerte noch Sporen benutzen. Sie haben keine Schlaufis und keinen Schabon (oder wie der heißt), auch Stoßzügel, Martingale oder andere einzwängenden Hilfmittel werden nicht benutzt. Sind diese Reiter nur mehr Geduldig oder einfach nur besser? Wissen diese etwas, was die meisten von uns nicht wissen? Das glaube ich nicht! Ich glaube einfach, dass sie sich mehr Zeit nehmen und versuchen das Pferd zu verstehen. Es gibt immer eine Ursache warum das Pferd den Kopf hoch reißt und es gibt immer einen Grund wieso das Pferd mir unter dem A.... wegläuft und es gibt immer einen Grund wieso das Pferd steigt, beist, tritt oder nicht zu mir kommen will. Wenn ich die Ursache für dieses Benehmen finden kann und es an der Wurzel packen kann, dann würde die Arbeit viel besser und leichter gehen. Meiner Meinung nach gibt es nur einen Weg den ein jeder Trainer gehen sollte und das ist der Weg der Konsequenz. Ohne Konsequenz werden Ziele nur durch Unterdrückung und Zwang erreicht. Mit Konsequenz kommt Respekt und Vertrauen ganz automatisch mit ins Bild und damit ist die Möglichkeit Spaß zu haben so viel größer. Es ist nichts neues, dass man mit Spaß mehr erreicht als mit Zwang und Gewalt. Es gibt Studien die belegen, dass mit Lob mehr erreicht wird als mit Bestrafung. Dies gillt nicht nur Menschen sondern auch verschiedene andere Tier, wie zum Beispiel Affen, Hunde und Pferde. Das Leittier ist immer zu 100% konsekvent. Das sollte der Halter ebenso sein um eine vertrauensvolle Gemeinschaft mit seinem Tier zu erreichen. Konsekvenz gillt immer, ob beim Abweisen und /oder beim Einladen. Das Leittier entscheidet immer wann angefangen wird und wann Ende ist. So sollte der Mensch auch agieren, in allen Situationen und immer wieder gleich. Ich könnte hier alles mögliche beschreiben und ansprechen, nur bin ich der Meinung, dass es genügend außerordentliche Bücher gibt die diese Aspekte durchgehend, gründlich und vor allem sehr gut beschreiben. Alles was ich kann und gelernt habe, kommt entweder aus Büchern, vom Zuschauen, von Lehrern und Kollegen und von Übung, Übung und wieder Übung. Alles was ich gelernt habe ist nicht gut gewesen. Auch vieles was ich gelesen habe, hat sich rausgestellt, ist nichts für mich. Aber auch wenn schlechtes dabei ist, lerne ich Sachen die ich nicht machen soll und weis was ich vermeiden muss. Nichts desto Trotz, muss ich versuchen, testen und üben um festzustellen was für mich gut ist und wie ich es benutzen soll oder kann. Seht euch meine Bücherliste an und entscheidet selber.